Alle freiwilligen Ausgaben müssen auf den Prüfstand
In der Sitzung vom 4. Dezember 2025 hat die Gemeindevertretung nach kurzer Diskussionen den Haushalt für das Jahr 2026, mit zwei Anpassungen aufgrund neuer Informationen zu Projekten, verabschiedet. Der Trend des sich verkleinernden Spielraums im Haushalt setzt sich fort und die Nachwirkungen der Umstellung der Haushaltslogik auf die Doppik, wie sie auch in der Wirtschaft genutzt wird, begleiten uns weiter. Die Eröffnungsbilanzen des Jahres 2024 sind noch nicht final und so haben wir auch noch keine finalen Abschlüsse für die Jahre 2024 und 2025. Wir arbeiten derzeit mit den Daten, die vorliegen, und behelfen uns mit Schätzungen.

In 2025 hat nach den letzten Informationen aus der Kämmerei die Gemeinde mit großen Ausfällen in der Gewerbesteuer von ca. 1 Mio. Euro zu rechnen. Hier handelt es sich nach Einschätzung der Kämmerei glücklicherweise um einen Einmaleffekt. Dieser wird aber zulasten unserer Rücklage gehen und den finanziellen Spielraum weiter einschränken.
Der Haushalt in 2026 zeigt ein deutliches Defizit und ist mit einer Unterdeckung von -1,314 Mio. Euro geplant. Dieses Defizit muss aus der Rücklage finanziert werden. Die laufenden Ausgaben übersteigen die Einnahmen aus Steuern und Gebühren.

Die großen Ausgabenblöcke sind die Amts- bzw. Kreisumlage mit 2,9 Mio. Euro (+0,3 Mio. Euro), die Kindergärten mit ca. 1,4 Mio. Euro (+0,1 Mio. Euro), Kosten für die Schulen mit weiteren ca. 1,3 Mio Euro, die Straßenunterhaltung (ohne Investitionen) mit 324.000 Euro, sowie der Bauhof und der Unterhalt der Abwasserkanäle mit ca. 580.000 Euro.

Die kommenden Investitionen werden zusätzlich eine Kreditaufnahme nötig machen: Der Haushalt 2026 umfasst Investitionen in Höhe von 5,9 Mio. Euro. Diese Summe überschreitet die Rücklagen deutlich und führt dazu, dass die geplanten Investitionen nur über Kredite finanziert werden können. Die großen geplanten Investitionen sind der fast abgeschlossene Neubau des Sport- und Jugendheimes, der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses, der Ausbau des Weidenstieges sowie Mittel zur Sanierung und des Ausbaus der gemeindeeigenen Wohnungen. Wenn Fördermittel zur Verfügung stehen, sollen auch die Fassade und die Fenster der Schule saniert werden. Zusätzlich zeichnet sich ab, dass die Sporthalle einer grundlegenden Sanierung bedarf, diese Mittel sind jedoch im verabschiedeten Haushalt noch nicht eingeplant. Auch hier hoffen wir auf Fördermittel.
Zur Finanzierung der Investitionen plant die Gemeinde eine weitere Kreditaufnahme von 6,1 Mio. Euro in 2026. Auch in den kommenden Jahren werden wir zusätzliche Kredite benötigen, um die geplanten Investitionen durchführen zu können. Damit steigt die Verschuldung je Einwohner in den nächsten drei Jahren von derzeit ca. 600 Euro pro Einwohner auf über 4.000 Euro je Einwohner an.
Es ist bisher auch kaum abschätzbar, welche finanziellen Auswirkungen die Eingemeindung des Sachsenwaldes auf die Gemeinde haben wird. Wir gehen davon aus, dass die geschätzten Steuereinnahmen aus Gewerbesteuer und Grundsteuer die zusätzlichen Aufwände nicht decken werden.
Der Fokus für die Gemeinde sollte daher sein, sich auf den Erhalt der derzeitigen Gebäude, Angebote und Infrastruktur zu fokussieren und keinen weiteren Ausbau anzustreben. Weiterhin gilt es, die freiwilligen Ausgaben einer eingehenden Prüfung zu unterziehen.
BENNO BRANDT